Großkniegnitz in Daten und Jahreszahlen

1204
wird im damaligen "Kneginici" ein "Plebanus" (= Leutpriester) erwähnt
1208
wird der Ort erstmalig erwähnt, Großkniegnitz gehört zu den ältesten Siedlungen im Nimptscher Land.
1209
wird die "Adalbertkirche" erwähnt, diese dürfte jedoch nur eine Kapelle gewesen sein.
1210
ist eine Pfarrkirche vorhanden. Dies bezeugt der damalige Pfarrer Otto (Nachname) in einer Urkunde.
1300-1350
Der Ort war nach deutschem Recht "umgesetzt" worden. Für die herbeigerufenen, siedlungswilligen Bauern aus dem Westen Deutschlands wurde die Dorfanlage als "Straßenangerdorf" gestaltet, d.h.: die Dorfstraße teilte sich und zwischen den Reihen der Bauernhöfe drüben und hüben blieb ein langgestreckter, ovaler, freier Platz: der Dorfanger.
1342
Zu dieser Zeit ist Pfarrer "Bartholomäus" Seelsorger der Gemeinde
1427
Die Husseiteneinfälle (1427 - 1435) werden in dem Gemeindebrief aus Advent 1960 von Hauptlehrer Zöfelt beschrieben.
1534
Reformation, die Kirche wird evangelisch
1580
Etwa 1580 geboren wird in Großkniegnitz Christoph Nigrinus, er war Pfarrer in Großkniegnitz in der Zeit 1619 bis 1631. Sein Vater war Peter (Petrus) N. (steht für "Nigrinus" bzw. "Niger"), dieser war Pfarrer in Großkniegnitz von 1576 bis 1607.
1633

Während des Dreißigjährigen Krieges waren die Kirchenbücher vernichtet worden. Vielleicht waren sie wie diejenigen aus Dirsdorf zum größeren Schutze nach Nimptsch gebracht worden und fielen dort 1633 mit Kirche, Pfarrei und Schule den Bränden zum Opfer, die die "Kaiserlichen" gelegt hatten (4. Juni)

1679
Es existieren Kirchenbücher von Großkniegnitz aus dieser Zeit,sie sind aber verschollen (Randt, Swientek, S. 33).
1679
Johann Christoph Steinmetz wird Pfarrer in Großkniegnitz. Er ist Sohn und Nachfolger seines Vaters Christoph Steinmetz aus Breslau, der seit 1647 bis 1679 Pfarrer in Großkniegnitz war. Johann Christoph Steinmetz wiederum ist der Vater des
1689
in Großkniegnitz geborenen späteren Abtes Johann Adam Steinmetz vom Kloster Bergen bei Magdeburg. Quelle: "Beiträge zur schlesischen Presbyterologie aus den Kirchenbüchern von Nimptsch im 17. Jahrhundert".
1697
wird die große Glocke von Großkniegnitz (690 kg, also fast 14 Zentner schwer) umgegossen. Ein Blitzstrahl hatte den Glockenstuhl zerstört und die Glocke in die Tiefe geschleudert. Aus den Stücken goss der Gießer und Künstler die neue Glocke, die dann fast 250 Jahre lang ihre Stimme ertönen ließ. Gießer war Hannibal Brorsen, gegossen wurde die Glocke in Schweidnitz.
1697
Mit dem Flurnamen "Matritzke", einem Abhang am Westausgang des Dorfes, ist folgende Erläuterung verbunden, die auch auf der großen Glocke zu finden war:
Zu jener Zeit war Matritzke, Schütz genannt, "Ambtsverwalter derer beyden Ämter Strehlen und Teiche", später Rothschloß.
Diesem Amtsverwalter also verdankt der Abhang in Großkniegnitz seinen Namen.
1701
stirbt Pfarrer Christian Steinmetz, zu dessen Zeit die große Glocke umgegossen worden ist (1697), und dessen Name auf ihr zu finden war:
"Pfarrer war damahlen Iohann Christoph Steinmetz"
1702
am 14. Februar wird die Kirche den Evangelischen weggenommen; sie bleibt bis 1707 katholisch unter dem Pfarrer Ignatius Jeske (daher noch der Beichtstuhl in der Sakristei). Pfarrer Jeske führt nach den Aufzeichnungen von E. Zöfelt (s. Band 1, "Kirche" ein hartes Regiment, um die Abtrünnigen zur kath. Kirche zurückzuführen.
Zufluchtskirchen für Gottesdienste und kirchliche Handlungen: Oberpanthenau, Dirsdorf und Großburg.
1702
Samuel Niepold stirbt 1702. Er war zu dieser Zeit Kirchenschreiber und Schullehrer in Großkniegnitz.
1707
bekam auch die evangelische Gemeinde Großkniegnitz ihr Gotteshaus zurück
1763 Das Großkniegnitzer Abendmahlsgerät stammt aus dem Jahre 1763
1768
Mit der Jahreszahl 1768 ist die "Kleine Glocke" von Großkniegnitz gekennzeichnet. Aus Kirchenbüchern ist zu erfahren, dass einst die kleine Glocke bei einem Begräbnisgeläut für ein Kind zersprang.
1785
Großkniegnitz hat 584 Einwohner
1797/1798
Der Tischler Gottlob Wilheln Gregor berichtet im gefundenen Brief aus 1819, dass er
- im Jahre 1797 bei der Begräbniskirche die Chöre und den Altar gebaut hat und
- im Jahre 1798 "bei der Großkirche", so seine schriftliche Aussage, "Bänke, Chöre, Kanzel und Altar gebaut hat."
1819
Laut einem bei den Restaurierungen der Kirche von Großkniegnitz im Jahre 1995 gefundenen Brief, der in das Taufbecken eingelegt war, lebte im Jahre 1819 ein Tischler namens Gottlieb Wilhelm Gregor in Großkniegnitz. Er bekam von damaligen Pastor Irmler den Auftrag, den hölzernen Taufstein zu bauen. Bei diesen Arbeiten legte er einen Brief in das Taufbecken ein in der Hoffnung, dass er in späteren Jahren einmal gefunden werden möge. Im Jahre 1995, also 176 Jahre später, wurde der Brief dann bei der Restaurierung des Taufbeckens gefunden. Der Inhalt des Brieftextes konnte entziffert werden.
1830
Förster Krähmer betreute zu dieser Zeit den Forst rund um Großkniegnitz. Wie das alte Kirchenbuch einst berichtete, wurde damals beim Tode dieses Försters die "allerhöchste obrigkeitliche Genehmigung erteilt", dass dieser Förster an den "Eichbergen", einer Stelle mit schönem Blick auf unser Dorf und Lieblingsplatz von Förster Krähmer, seine letzte Ruhestätte finden durfte. Die Ruhestätte ist uns bekannt geblieben durch den Begriff "Förstergrab".
Standesamtliche Zahlen
1875
41 Geburten, 2 Trauungen, 9 Sterbefälle
1876
44 Geburten, 3 Trauungen, 25 Sterbefälle
1877
54 Geburten, 5 Trauungen, 27 Sterbefälle
1878
37 Geburten, 10 Trauungen, 30 Sterbefälle
1879
32 Geburten, 7 Trauungen, 32 Sterbefälle
1880
44 Geburten, 5 Trauungen, 23 Sterbefälle
1881
51 Geburten, 5 Trauungen, 42 Sterbefälle
1882
58 Geburten, 4 Trauungen, 38 Sterbefälle
1882
Geburtsjahr von Oskar Wende, Vater von Hildegard und Erna Wende
1885
Großkniegnitz hat 1171 Einwohner
1900
Großkniegnitz hat 1196 Einwohner (Höchstzahl)
1887-1905
August Adolf Emil Theophil Flotow wird Pastor in Großkniegnitz. Seine Predigten werden Sonntag für Sonntag von Rechnungsrat Raschdorf mitstenographierte (er reiste stets aus Nimptsch an), sie erschienen später als Predigtsammlung im Druck.
1906
trat Pastor Martin Petran das Pfarramt in Großkniegnitz an
1910
Der neue Friedhof von Großkniegnitz wird angelegt
1913
wurde die Kirche renoviert, s. hierzu auch Zöfelt, Band 1, Kirche; hier: Artikel "Aus der Geschichte unseres Heimatdorfes", und mit elektrischem Licht versehen; alte Bemalungen wurden unter dem aufgetragenen Weiß an den Wänden und Decken entdeckt.
1923

Hauptlehrer Zöfelt tritt im November seinen Dienst in Großkniegnitz an

1924
Am 10. Februar lag so viel Schnee, dass bei den Bäumen nur noch die Kronen herausschauten
1928
Ein Gendarm sorgt für Ruhe und Ordnung im Dorf: Gendarm Migura. Die Arrestzelle befand sich im Feuerspritzenhaus.
1928
Das erste Auto fährt in Großkniegnitz: ein 6-Zylinder-Horch, der von Herrn Schyma gefahren wurde. Hierzu etwas Geschichte, denn Herr Schyma ist im Zusammenhang zu sehen mit der "Erbscholtisei", im Sprachgebrauch "Schölzerei": Soweit bekannt, gehörte dieses Gut vor dem ersten Weltkrieg einem Herrn Marwede, seine Ehefrau war eine geborene Tillner. Es ist nicht ganz klar, ob Herr Marwede entweder im Krieg gefallen oder kurz nach dem Krieg verstorben ist. Jedenfalls heiratete Frau Marwede bald besagten Kurt Schyma (1918/1919) der erste Sohn Werner wurde 1920 geboren, dann kam Sohn Horst auf die Welt. Herr Schyma galt als Lebemann, er wirtschaftete den Hof binnen weniger Jahre zum Bankrott. Sehr wichtig war ihm sein Auto, der oben genannte "6-Zylinder-Horch". Die Großkniegnitzer erzählen: "Am schönsten war seine Hupe, sie machte nicht "tatü - tata, sondern "Kredit-Kredit"! Zum Hof selbst: Bald wurde ein Zwangsverwalter eingesetzt, der Hof stand dann zum Verkauf. Herr Tillner kaufte Land und das Wenzel-Gut, das andere Gut erwarb etwa 1929/30 Familie Neumann.
1930/1932
Die ersten Telefone in Großkniegnitz werden gelegt, und zwar bei Fleischer Tiepold, Familie Mikesky (Prauß Nr. 09), Familie Groetzky Nr. 32) und Familie Neumann (Nr. 79).
1932
Bis zum Jahr 1932 gehörte Großkniegnitz zum Kreis Nimptsch. Nach Auflösung dieses Landkreises wurde das Dorf dem Kreis Reichenbach/Eulengebirge zugeteilt.
1933/34
Winter, 6. Januar: Zum letzten Mal kommen die Großkniegnitzer Jungen dem alten, traditionellen Brauch nach, als die "Drei Weisen aus dem Morgenland" durch den Ort zu ziehen.
1935
Nach einjähriger Vakanz der Pfarrstelle wird Emanuel Klose Pastor in Großkniegnitz
1935/1936
Ein weiteres Auto fährt in Großkniegnitz: ein Fiat der Familie Neumann.
1937
Die Schülerin Marianne Dehmelt wird am 25.03.37 aus der Schule entlassen. Ihr Entlassungsschein ist in der Dokumentation über Großkniegnitz enthalten.
1939
Eine Volkszählung ergab 1039 Einwohner
1945
Am 02.02.1945 fielen Bomben auf Grosskniegnitz: bei Helmut Krämer, Lache und Rohde
1945
15./16. Februar: Die Großkniegnitzer mußten "trecken"
1945
Pastor und Superintendent Petran verstirbt am 21. Mai 1945 auf der Flucht in Böhmisch-Leipa in der damaligen Tschechoslowakei
1945
16. Oktober: Das letzte deutsche Kind wird in Großkniegnitz geboren und getauft: Wilfried Urbach. Mutter: Frieda, geborene Wuttke
1946
Am 17.05.1946 schreibt Pastor Klose seinen ersten Gemeindebrief an seine in alle Winde verstreuten Gemeindemitglieder der ehemaligen Gemeinde Großkniegnitz.
1963
Im Februar 1963 schreibt Pastor Klose seinen letzten Gemeindebrief: Die Gemeinde möge, so ist sein Wunsch, auch ohne diese Gemeindebriefe miteinander verbunden bleiben; dies war sein letzter Satz in seinem letzten Gemeindebrief. Durch die Heimatbriefe ab 1993, also 30 Jahre später, ist das Band der Großkniegnitzer weiterhin als gefestigt anzusehen. Damit ging der Wunsch von Pastor Klose wohl in Erfüllung.
1970
Am 18. September 1970 stirbt der ehemalige Bürgermeister von Grosskniegnitz, Walter Adolph
1984
Am 15.06.1984 findet das erste große Treffen der Großkniegnitzer Heimatfreunde im Rahmen des Reichenbacher Kreistreffens in Ostheide statt.
1995
Erste große Reise der Heimatfreunde Großkniegnitz in das Heimatdorf
1998
Zweite, schon als "historisch" zu bezeichnende Reise der Heimatfreunde nach Großkniegnitz
2001
In der Zeit 1996 bis 2001 wird die Kirche in Großkniegnitz restauriert, und zwar insbesonders durch Spenden der jetzigen polnischen Gemeinde und durch Spenden der damaligen deutschen Gemeinde Großkniegnitz. Diese gemeinsame Restaurierung ist auch als ein Zeichen der Aussöhnung zu sehen nach den Wirren des 2. Weltkrieges.